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QS-Report:

Obst, Gemüse, Kartoffeln | Ausgabe September/2016

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QS-REPORT

Obst, Gemüse, Kartoffeln 02/2016

Hohe Qualitätsansprüche von Handel und

Verbrauchern erfüllen, Ertragsverluste ver-

meiden: Um diese Ziele zu erreichen, gehört

zum Anbau von Obst und Gemüse der gewis-

senhafte Umgang mit Pflanzenschutzmit-

teln. Gerade in den Sonderkulturen spielen

Maßnahmen zum Schutz der Nutzpflanzen

vor Krankheiten und Schädlingen eine ele-

mentare Rolle. Es gilt die Mittel so einzuset-

zen, dass die gewünschte Wirkung erzielt

wird und gleichzeitig die Belange des vor-

beugenden Verbraucher- und Umweltschut-

zes vollumfänglich berücksichtigt werden.

Die Monitoringprogramme der Wirtschaft

und der Behörden zeigen, dass sich die

Rückstandssituation in Deutschland in den

letzten Jahren stetig verbessert. Gerade

auch die Ergebnisse des QS-Rückstandsmo-

nitorings belegen den verantwortungsvol-

len Umgang mit Pflanzenschutzmitteln. 99

Prozent der auf Pflanzenschutzmittel-Rück-

stände untersuchten Obst- und Gemüsepro-

ben lagen im vergangenen Jahr unterhalb

der gesetzlich festgelegten Höchstgehalte.

Zu dieser positiven Entwicklung haben der

gezielte Einsatz sowie moderne und selekti-

ve Pflanzenschutzmittel beigetragen. Auch

der erweiterte Forschungs- und Kenntnis-

stand zu chemischen und nichtchemischen

Pflanzenschutzmaßnahmen und eine ver-

besserte Gerätetechnik helfen, den Pflan-

zenschutzmitteleinsatz zu optimieren.

Nicht zuletzt haben die zusätzlichen An-

forderungen des Lebensmitteleinzelhan-

dels ihren Anteil an dieser Entwicklung.

Rückstandsspezifikationen

im deutschen Handel

Zwei Seiten einer Medaille

Die Kehrseite der Medaille

So vorteilhaft die aktuelle Lage für die

Verbraucher auf der einen Seite klingt, so

schwierig ist die Situation für die Erzeu-

ger. Die Vielzahl unterschiedlicher Han-

delsspezifikationen stellen den Anbau

vor große Herausforderungen, da sie mit

Einschränkungen bei der Mittel- und Wirk-

stoffauswahl, der Aufwandmengen und

des Anwendungszeitraums verbunden

sein können. Es kann zu Ertragsverlusten

und Qualitätsminderungen kommen. Auch

die „Gute fachliche Praxis“ beim Einsatz

von Pflanzenschutzmitteln wird erschwert,

da beispielsweise Resistenzbildungen in

Kauf genommen werden müssen. Im Han-

del selbst ist die Kehrseite der Medaille

ebenfalls Thema, da die Ware optisch

und sensorisch höchsten Ansprüchen ge-

nügen soll und die Haltbarkeit bis zum

Verbraucher

uneingeschränkt

gewähr-

leistet sein muss. Was die Einschränkung

bei der Anwendung der Pflanzenschutz-

mittel für die Produktion bedeutet, haben

wir Gemüseproduzent

Rudolf Behr

von

BEHR GEMÜSEGARTEN gefragt.

Wie schätzen Sie als Erzeuger die aktuelle Si-

tuation ein, was sind die Herausforderungen?

Rudolf Behr:

„Die sich verstärkende

Einschränkung der Wirkstoffe, die zur

Verfügung stehen, wird zu weiteren Re-

sistenzbildungen führen und innerhalb ab-

sehbarer Zeit die Bekämpfung der Schäd-

linge und Krankheiten unmöglich machen.

Liebe Leserinnen und Leser,

die Entwicklung der Rückstandssituation in Deutschland zeigt:

Obst- und Gemüseerzeuger leisten sehr gute Arbeit. In 2015

lagen 99 Prozent der auf Pflanzenschutzmittel-Rückstände

untersuchten Obst- und Gemüseproben unterhalb der gesetzlich

festgelegten Höchstgehalte. Dennoch stellen die differenzierten

Handelsspezifikationen die Erzeuger vor Herausforderungen.

Wir haben mit dem Gemüseerzeuger Rudolf Behr und Dr. Britta

Michalski vom BfR darüber gesprochen. Außerdem stellen wir

den QS-zertifizierten Großhändler UNIVEG Trade Italien vor und

Dr. Marcus Langen, Fachtierarzt für Lebensmittel, berichtet über

die Risiken von Lebensmittelbakterien bei Obst und Gemüse.

Über Fragen und Anregungen zum QS-Report freut sich das

Redaktionsteam unter

presse@q-s.de .

• Editorial

• Rückstandsspezifikationen im deutschen Handel

Zwei Seiten einer Medaille

• Revisionen im System: Das erwartet Sie im neuen Jahr

• UNIVEG Trade Italien

Sicher und frisch vom Erzeuger in den Handel

• Stetige Weiterentwicklung der Laborkompetenztests

Herausforderungen für Labore erweitert

• Bacillus cereus und Bacillus thuringiensis in Salat

Eine Risikoeinschätzung

• Kurz und Aktuell

Inhaltsverzeichnis

Editorial

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