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QS-Report:

Obst, Gemüse, Kartoffeln | Ausgabe September/2016

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Wirtschaftsbeteiligte und Verbraucher

müssen sich auf die Rückstandsana-

lysen der Labore verlassen können.

Daher gibt es im QS-System strenge

Anforderungen an die Labore und die

Durchführung der Analysen. Mit dem

zweimal jährlich stattfindenden Labor-

kompetenztest stellt QS die analytische

Qualität der anerkannten Labore und

ihre Leistungsfähigkeit auf die Probe. Die

Anforderungen für die anerkannten Labore

wurden aktuell erweitert.

Neben der Multimethode muss nun auch

die korrekte Analytik der Wirkstoffe Dit-

hianon, Dodine, Fenbutatinoxid und der

Phenoxyalkancarbonsäuren aus Einzel-

methoden beherrscht werden. Im Fokus

stehen nach wie vor die Metaboliten, da

deren Analytik sehr komplex ist. In die-

StetigeWeiterentwicklung der Laborkompetenztests

Herausforderungen für Labore erweitert

sem Jahr wurde außerdem das Punkteschema, anhand dessen

die Teilnahme eines Labors am Laborkompetenztest bewertet

wird, modifiziert. Durch das neue Bewertungsschema erhöht QS

die Trennschärfe zwischen den teilnehmenden Laboren, etwa

indem Wiederholungsfehler in aufeinanderfolgenden Tests mit

zusätzlichem Punkteabzug geahndet werden. Bereits seit dem

vergangenen Jahr steht die ordnungsgemäße Erstellung von

Prüfberichten regelmäßig auf dem Prüfstand. Die Schwerpunk-

te liegen hierbei auf der korrekten Bewertung von Metaboliten,

der Berechnung des Summenwertes der Metabolitenanalytik,

den Angaben zur Auslastung des ARfD-Wertes, der Bewertung

der Probe gemäß der Höchstmengendefinition (VO 396/2005)

und auf der abschließenden Bewertung der Probe hinsichtlich

ihrer Verkehrsfähigkeit.

Mehrwert für gesamte Branche

Seit der Einführung des Kompetenztests vor zehn Jahren wird das

Testdesign regelmäßig an aktuelle Branchenthemen angepasst

und so die Labore fortwährend für kritische

Fragestellungen der Analytik sensibilisiert.

Die stetige Weiterentwicklung des Labor-

kompetenztests stellt nach Ansicht von

Dr. Jürgen Kuballa

, Vorsitzender der Deut-

schen Laborgemeinschaft Obst und Gemü-

se, für die QS-anerkannten Labore eine He-

rausforderung, aber auch einen Mehrwert dar: „Die Qualität der

Pestizidanalytik hat sich durch die Anstrengungen der Labore in

den letzten Jahren kontinuierlich verbessert und ist auf einem

Das Großhandelsunternehmen UNIVEG Trade

Italien, mit Sitz in Trevenzuolo in der Provinz

Verona, zählt zu den wichtigsten Import-Ex-

port-Unternehmen im Mittelmeerraum. Mit

dem Ziel, erntefrische Produkte aus Italien

nach Nordeuropa zu exportieren, starteten sie

vor fast 50 Jahren den organisierten Handel von

Obst und Gemüse. Im Jahr 1987 kam der Import

aus Übersee hinzu. Ein Großteil ihres Export-

umsatzes macht UNIVEG Trade Italien durch

den Handel mit Deutschland. Die hohen Anfor-

derungen an die Rückstandsüberwachung und

Qualität stellen für sie eine reizvolle Herausfor-

derung dar. Nicht zuletzt deswegen ist das Un-

ternehmen seit 2008 Systempartner von QS.

Die italienischen Frische-Spezialisten gehö-

ren zur weltweit agierenden UNIVEG Gruppe,

die in Belgien ansässig und in 25 Ländern

aktiv ist. Mehr als 100.000 Tonnen frisches

Obst und Gemüse werden jährlich von

UNIVEG Trade Italien

Sicher und frisch vom Erzeuger in den Handel

der Umsetzung einer „Guten fachlichen Praxis“ sowie von Monitoring-

programmen hilft.“ Auch bei der Umsetzung des QS-Rückstandsmo-

nitorings sind die Berater behilflich – als QS-Bündler bildet UNIVEG

Trade Italien die Schnittstelle zwischen den Betrieben und QS.

Qualitätssicherung im Fokus

Seit vielen Jahren verfolgt das Un-

ternehmen eine umfassende Qua-

litätspolitik, welche die Lebensmit-

telsicherheit, Nachhaltigkeit und

soziale Verantwortung umfasst.

„Konsequente Qualitätssicherung

macht vor Lagerstandorten nicht

halt“, weiß Giulio Benvenuti. „Für

UNIVEG spielen die Betriebshygiene und nicht zuletzt die lückenlose

Rückverfolgbarkeit eine entscheidende Rolle. Durch die Zertifizierung

nach QS dokumentieren wir die Einhaltung dieser Anforderungen nicht

nur gegenüber unseren Kunden, sondern können auch sicher sein, dass

alle vor- und nachgelagerten Stufen der Produktion und Vermarktung

durch unabhängige Stellen zertifiziert sind. Damit werden wir unseren

Ansprüchen und den steigenden Kundenanforderungen gerecht.“

UNIVEG Trade Italien gehandelt. Hauptan-

teil haben Trauben, Pfirsiche, Nektarinen,

Aprikosen und Kohl. Die Produkte kommen

dabei von rund 100 Erzeugern, die eine lan-

ge Geschäftsbeziehung mit UNIVEG Trade

Italien pflegen. „Die Zusammenarbeit mit

unseren Lieferanten ist der wichtigste Teil

unserer Strategie“, betont

Giulio Benvenuti

,

Berater Qualitätsmanagement bei UNIVEG

Trade Italien. Ein Team aus fünf Agronomen

ist landesweit unterwegs und regelmäßig bei

den Erzeugern vor Ort. „Wir beraten sie z.B.

hinsichtlich Effizienz beim Anbau und decken

gemeinsam mögliche Schwachstellen auf“,

berichtet Benvenuti. „Diese Unterstützung

wird sehr von den Erzeugern und Lieferanten

geschätzt – vor allem weil es Ihnen bei der

Entwicklung von Pflanzenschutzstrategien,

hohen Niveau. Dies bestätigen auch die gu-

ten Ergebnisse der Labortests. Die Verschär-

fung der Bewertungskriterien folgt dieser

positiven Entwicklung. Das angestrebte Ziel

einer fairen Beurteilung der Laborkompe-

tenz darf dabei aber nicht aus den Augen

gelassen werden. Die deutsche Laborge-

meinschaft bietet dazu ihre Mitarbeit an.“

Auch

Rolf Viersbach

, Qualitätsmana-

ger Obst & Gemüse, REWE Group Buying

GmbH, ist davon

überzeugt, dass die

gesamte Branche von

der regelmäßigen An-

passung des Testde-

signs profitiert: „Der

Laborkompetenztest

ist für die analysierenden Institute sehr an-

spruchsvoll, ist aber die bedingte Voraus-

setzung, dass die Analysequalität auch zu

gerechten Entscheidungen gegenüber den

Lieferanten und Erzeugern führt. Um das

Risiko fehlerhafter Beurteilungen so gering

wie möglich zu halten, ist dieser neu aufge-

nommene Aspekt, neben einer guten Ana-

lytik, ein wichtiger Baustein zur Bewertung

der Institute.“