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QS-Report:

Obst, Gemüse, Kartoffeln | Ausgabe September/2016

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QS Qualität und Sicherheit GmbH

Verantwortlich für den Inhalt:

Dr. Hermann-Josef Nienhoff

Schedestraße 1 - 3, 53113 Bonn

Telefon: +49 (0) 228 35068-0

Telefax: +49 (0) 228 35068-10

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Online:

www.q-s.de

Impressum

Kurz und aktuell

Salate weisen eine natürliche bakterielle Flora auf, die sich aus ver-

schiedenen Bakterienarten zusammensetzt. Diese gelangen über Bo-

den, Wasser und Luft auf und in die Pflanzen. Die jeweilige Flora hängt

dabei u. a. von der Pflanzensorte, der Anbauform, den ggf. ergriffenen

Pflanzenschutzmaßnahmen und dem Klima ab. Durch das Waschen

von Salaten kann die Anzahl der Bakterien im verzehrfertigen Salat

zwar verringert werden, eine vollständige Beseitigung der Flora ist

dadurch jedoch nicht zu erreichen. Während die meisten der auf Sa-

laten nachweisbaren Bakterienarten bei Verzehr durch den Menschen

unbedenklich sind, haben einige eine pathogene Wirkung immensch-

lichen Organismus. Seit einiger Zeit wird in diesem Zusammenhang

intensiv über ein möglicherweise von den sporenbildenden Bakterien

Bacillus cereus und Bacillus thuringiensis ausgehendes, gesundheit-

liches Risiko diskutiert. Auch die Europäische Lebensmittelsicher-

heitsbehörde (EFSA) hat sich wiederholt mit der Thematik befasst und

im Juni diesen Jahres einen umfassenden Bericht dazu veröffentlicht

1

.

B. cereus ist ubiquitär u. a. im Boden, im Wasser und somit auch auf Pflan-

zen verbreitet und kann als opportunistischer Keim zu zwei unterschiedli-

chen Formen lebensmittelassoziierter Magen-Darm-Erkrankungen beim

Menschen führen. Die emetische Form der Erkrankung entsteht dadurch,

Bacillus cereus und Bacillus thuringiensis in Salat

Eine Risikoeinschätzung

QS auf der Prognosfruit 2016

Vom 3. bis 5. August 2016 fand in Hamburg die

Prognosfruit statt. QS war mit dabei und unter-

stützte den alljährlich stattfindenden Kongress

der internationalen Kernobstbranche bei sei-

nem 40. Jubiläum. Während der Veranstaltung

standen Fachkollegen von QS den Kongressbe-

suchern an einem Informationsstand für Fra-

gen rund um das QS-Prüfsystem zur Verfügung.

Wilfried Kamphausen

, bei QS verantwortlich

für die Systemkette Obst, Gemüse, Kartoffeln,

zog positive Bilanz: „Das große Interesse und

die hohe Besucherfrequenz von bestehenden und potentiellen Sys-

tempartnern an unserem Stand zeigt, welchen hohen Stellenwert das

Thema Qualitätssicherung in der Branche genießt. Vor allem mit den

internationalen Teilnehmern konnten wir wichtige Kontakte knüpfen“.

Neben ersten Schätzungen für die kommende Ernte von Äpfeln und

Birnen in der EU, bot der Kongress weitere interessante Vorträge und

Foren zu aktuellen Branchenthemen. Mit einer Exkursion zum Ham-

burger Containerhafen und zum Obstanbaugebiet Niederelbe wurde

der Kongress am dritten Tag erfolgreich beendet. Gastgeber des dies-

jährigen Branchentreffens waren die Bundesvereinigung der Erzeuger-

organisationen Obst und Gemüse (BVEO), der Bundesausschuss Obst

und Gemüse (BOG) sowie die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft

(AMI). Im kommenden Jahr findet die Prognosfruit im spanischen Llei-

da statt.

Grips&Co goes Berlin

Am 5. Oktober 2016

zeichnet die RUND-

SCHAU für den Le-

bensmittelhandel

zum 35. Mal im

Rahmen des Grips&-

C o - We t t b e w e r b s

„Deutschlands bes-

te

Nachwuchskraft

im Handel“ aus. Das Finale findet dieses

Jahr im Berliner Admiralspalast statt. Der

Sieger trägt nicht nur für ein Jahr den be-

gehrten Titel der besten Nachwuchskraft

im deutschen Handel, sondern wird auch

neuer QS-live-Botschafter und bekommt

Schulungen und Events rund um das The-

ma Qualitätssicherung bei Lebensmitteln

ermöglicht.

Mehr dazu unter

www.qs-live.de .

Fruit Logistica 2017 – Save the Date

Das QS-Team freut sich auf Ihren

Besuch auf der Fruit Logistica 2017!

Sie finden uns in Halle 20, Stand A-02.

dass B. cereus Stämme im Lebensmittel das

Cereulid-Toxin bilden, welches bei entsprechen-

der Dosis (8-10 µg/kg Körpergewicht) innerhalb

kurzer Zeit zu Erbrechen führt. Die Bildung des

Cereulid-Toxins ist jedoch an eine Stoffwechsel-

aktivität der Stämme gebunden. Das Tempera-

turoptimum liegt zwischen +30°C und +40°C.

Die Diarrhoe-Form der Erkrankung entsteht da-

durch, dass B. cereus Stämme bzw. ihre Sporen

nach Aufnahmemit der Nahrung bis in den Darm

des Menschen gelangen und dort Enterotoxine

bilden. Auch B. thuringiensis ist in der Umwelt

weit verbreitet. Einige Stämme werden zudem

als biologische Insektizide im Pflanzenbau ein-

gesetzt. In bisherigen Untersuchungen konnte

die Fähigkeit zur Bildung des Cereulid-Toxins bei

B. thuringiensis nicht nachgewiesen werden.

Es gibt jedoch Hinweise, dass zumindest einige

der als Insektizid eingesetzten B. thuringien-

sis Stämme in der Lage sind, Enterotoxine zu

bilden. Aufgrund der engen genetischen Ver-

wandtschaft von B. cereus und B. thuringien-

sis ist eine Unterscheidung der beiden Keime

im Rahmen der Routinediagnostik nicht sicher

möglich. Um das Risiko möglichst gering zu

halten, rät die EFSA in ihrer aktuellen Ver-

öffentlichung¹ u. a. dazu, B. thuringiensis

Präparate im Pflanzenschutz strikt nach Her-

stellerangaben zu verwenden. Sie empfiehlt

außerdem nach der Ernte entlang der Lebens-

mittelkette eine Lagertemperatur von ≤+7°C

besser jedoch ≤+4°C einzuhalten, um eine

Keimvermehrung zu verhindern. (Gastautor:

Dr. Marcus Langen

, Fach-

tierarzt für Lebensmittel,

Abteilungsleiter Dr. Berns

Laboratorium GmbH & Co.

KG, wissenschaftlicher Mit-

arbeiter TiHo Hannover)

¹ EFSA BIOHAZ Panel, 2016. Scientific opinion on

the risks for public health related to the presence

of Bacillus cereus and other Bacillus spp. including

Bacillus thuringiensis in foodstuffs.