QS-Report:
Obst, Gemüse, Kartoffeln | Ausgabe September/2016
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Kurz und aktuell
Salate weisen eine natürliche bakterielle Flora auf, die sich aus ver-
schiedenen Bakterienarten zusammensetzt. Diese gelangen über Bo-
den, Wasser und Luft auf und in die Pflanzen. Die jeweilige Flora hängt
dabei u. a. von der Pflanzensorte, der Anbauform, den ggf. ergriffenen
Pflanzenschutzmaßnahmen und dem Klima ab. Durch das Waschen
von Salaten kann die Anzahl der Bakterien im verzehrfertigen Salat
zwar verringert werden, eine vollständige Beseitigung der Flora ist
dadurch jedoch nicht zu erreichen. Während die meisten der auf Sa-
laten nachweisbaren Bakterienarten bei Verzehr durch den Menschen
unbedenklich sind, haben einige eine pathogene Wirkung immensch-
lichen Organismus. Seit einiger Zeit wird in diesem Zusammenhang
intensiv über ein möglicherweise von den sporenbildenden Bakterien
Bacillus cereus und Bacillus thuringiensis ausgehendes, gesundheit-
liches Risiko diskutiert. Auch die Europäische Lebensmittelsicher-
heitsbehörde (EFSA) hat sich wiederholt mit der Thematik befasst und
im Juni diesen Jahres einen umfassenden Bericht dazu veröffentlicht
1
.
B. cereus ist ubiquitär u. a. im Boden, im Wasser und somit auch auf Pflan-
zen verbreitet und kann als opportunistischer Keim zu zwei unterschiedli-
chen Formen lebensmittelassoziierter Magen-Darm-Erkrankungen beim
Menschen führen. Die emetische Form der Erkrankung entsteht dadurch,
Bacillus cereus und Bacillus thuringiensis in Salat
Eine Risikoeinschätzung
QS auf der Prognosfruit 2016
Vom 3. bis 5. August 2016 fand in Hamburg die
Prognosfruit statt. QS war mit dabei und unter-
stützte den alljährlich stattfindenden Kongress
der internationalen Kernobstbranche bei sei-
nem 40. Jubiläum. Während der Veranstaltung
standen Fachkollegen von QS den Kongressbe-
suchern an einem Informationsstand für Fra-
gen rund um das QS-Prüfsystem zur Verfügung.
Wilfried Kamphausen
, bei QS verantwortlich
für die Systemkette Obst, Gemüse, Kartoffeln,
zog positive Bilanz: „Das große Interesse und
die hohe Besucherfrequenz von bestehenden und potentiellen Sys-
tempartnern an unserem Stand zeigt, welchen hohen Stellenwert das
Thema Qualitätssicherung in der Branche genießt. Vor allem mit den
internationalen Teilnehmern konnten wir wichtige Kontakte knüpfen“.
Neben ersten Schätzungen für die kommende Ernte von Äpfeln und
Birnen in der EU, bot der Kongress weitere interessante Vorträge und
Foren zu aktuellen Branchenthemen. Mit einer Exkursion zum Ham-
burger Containerhafen und zum Obstanbaugebiet Niederelbe wurde
der Kongress am dritten Tag erfolgreich beendet. Gastgeber des dies-
jährigen Branchentreffens waren die Bundesvereinigung der Erzeuger-
organisationen Obst und Gemüse (BVEO), der Bundesausschuss Obst
und Gemüse (BOG) sowie die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft
(AMI). Im kommenden Jahr findet die Prognosfruit im spanischen Llei-
da statt.
Grips&Co goes Berlin
Am 5. Oktober 2016
zeichnet die RUND-
SCHAU für den Le-
bensmittelhandel
zum 35. Mal im
Rahmen des Grips&-
C o - We t t b e w e r b s
„Deutschlands bes-
te
Nachwuchskraft
im Handel“ aus. Das Finale findet dieses
Jahr im Berliner Admiralspalast statt. Der
Sieger trägt nicht nur für ein Jahr den be-
gehrten Titel der besten Nachwuchskraft
im deutschen Handel, sondern wird auch
neuer QS-live-Botschafter und bekommt
Schulungen und Events rund um das The-
ma Qualitätssicherung bei Lebensmitteln
ermöglicht.
Mehr dazu unter
www.qs-live.de .Fruit Logistica 2017 – Save the Date
Das QS-Team freut sich auf Ihren
Besuch auf der Fruit Logistica 2017!
Sie finden uns in Halle 20, Stand A-02.
dass B. cereus Stämme im Lebensmittel das
Cereulid-Toxin bilden, welches bei entsprechen-
der Dosis (8-10 µg/kg Körpergewicht) innerhalb
kurzer Zeit zu Erbrechen führt. Die Bildung des
Cereulid-Toxins ist jedoch an eine Stoffwechsel-
aktivität der Stämme gebunden. Das Tempera-
turoptimum liegt zwischen +30°C und +40°C.
Die Diarrhoe-Form der Erkrankung entsteht da-
durch, dass B. cereus Stämme bzw. ihre Sporen
nach Aufnahmemit der Nahrung bis in den Darm
des Menschen gelangen und dort Enterotoxine
bilden. Auch B. thuringiensis ist in der Umwelt
weit verbreitet. Einige Stämme werden zudem
als biologische Insektizide im Pflanzenbau ein-
gesetzt. In bisherigen Untersuchungen konnte
die Fähigkeit zur Bildung des Cereulid-Toxins bei
B. thuringiensis nicht nachgewiesen werden.
Es gibt jedoch Hinweise, dass zumindest einige
der als Insektizid eingesetzten B. thuringien-
sis Stämme in der Lage sind, Enterotoxine zu
bilden. Aufgrund der engen genetischen Ver-
wandtschaft von B. cereus und B. thuringien-
sis ist eine Unterscheidung der beiden Keime
im Rahmen der Routinediagnostik nicht sicher
möglich. Um das Risiko möglichst gering zu
halten, rät die EFSA in ihrer aktuellen Ver-
öffentlichung¹ u. a. dazu, B. thuringiensis
Präparate im Pflanzenschutz strikt nach Her-
stellerangaben zu verwenden. Sie empfiehlt
außerdem nach der Ernte entlang der Lebens-
mittelkette eine Lagertemperatur von ≤+7°C
besser jedoch ≤+4°C einzuhalten, um eine
Keimvermehrung zu verhindern. (Gastautor:
Dr. Marcus Langen
, Fach-
tierarzt für Lebensmittel,
Abteilungsleiter Dr. Berns
Laboratorium GmbH & Co.
KG, wissenschaftlicher Mit-
arbeiter TiHo Hannover)
¹ EFSA BIOHAZ Panel, 2016. Scientific opinion on
the risks for public health related to the presence
of Bacillus cereus and other Bacillus spp. including
Bacillus thuringiensis in foodstuffs.


