Die aktuellen Kennzahlen aus dem QS-Antibiotikamonitoring und den Daten des staatlichen Monitorings des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zeigen im Jahresvergleich 2024 und 2025 in vielen Tiergruppen eine ähnliche Entwicklung. Für Tierhalter im QS-System bestätigt dies, dass das QS-Antibiotikamonitoring verlässliche, praxisnahe und belastbare Daten liefert, die sich gut zur Bewertung der betrieblichen Situation eignen.
Parallele Entwicklungen bei Geflügel und Ferkeln
Im Vergleich zeigt sich für Masthühner, Mastputen, Saug- und Aufzuchtferkel ein vergleichbarer Trend: Sowohl bei Masthühnern als auch Mastputen stiegen die Kennzahlen von 2024 auf 2025 an.
Für Saugferkel verzeichnen sowohl QS als auch die HIT-Datenbank einen Rückgang – sowohl beim Median als auch beim 3. Quartil (s.u.). Anders sieht es bei den Aufzuchtferkeln aus: Hier ist ein Anstieg in beiden Monitoringsystemen erkennbar, ebenfalls gleichermaßen beim Median und beim 3. Quartil.
Unterschiedliche Entwicklungen bei Mast- und Zuchtschweinen
Abweichende Entwicklungen zeigen sich dagegen in den Mast- und Zuchtschweinebeständen: die Werte beim Median laufen in entgegengesetzte Richtungen – wenn auch die prozentualen Veränderungen relativ klein sind.
Grund hierfür können die strukturellen Unterschiede der Systeme sein, denn die Grundgesamtheit ist nicht identisch. Nicht alle deutschen Tierhalter nehmen am QS-Antibiotikamonitoring teil, während es bei QS keine Mindesttierzahl zur Teilnahme gibt: kleinere QS-Betriebe melden bei QS, sind aber nicht zur staatlichen Meldung verpflichtet.
QS und das staatliche Monitoring ordnen auch Tiergruppen teils verschieden zu: Während QS bei Puten zwischen Aufzucht- und Masttieren unterscheidet, fasst das staatliche System diese zusammen. Auch bei Kälbern gibt es Abweichungen: QS unterscheidet zwischen reinen Mastkälbern und sonstigen Kälbern, das staatliche Monitoring betrachtet die zugegangenen Kälber.
Auch die Berechnungsmethoden unterscheiden sich, etwa bei der automatisierten Ermittlung der Wirktage.
Diese strukturellen Unterschiede erklären, warum die Kennzahlen in ihren Trends oft ähnlich sind, in ihrer Höhe jedoch voneinander abweichen können.
| Median | QS | BVL | ||
| 2024 | 2025 | 2024 | 2025 | |
| Masthühner | 5,9 | 5,9 | 23,1 | 23,8 |
| Mastputen | 9,4 | 10,0 | 17,5 | 18,9 |
| Jungputen | 9,3 | 9,5 | * | * |
| Mastenten | 0,0 | 0,0 | - | - |
| Jungenten | 0,0 | 0,0 | - | - |
| Sauen | 1,0 | 1,0 | 1,4 | 1,3 |
| Saugferkel** | 16,9 | 16,1 | 13,6 | 12,7 |
| Aufzuchtferkel | 2,2 | 2,5 | 1,9 | 2,4 |
| Mastschweine | 0,4 | 0,4 | 0,3 | 0,4 |
| Mastkälber*** | 15,1 | 15,9 | 0,0 | 0,0 |
| Mastrinder | 0,0 | 0,0 | - | - |
* BVL: Auswertung der Jung- und Mastputen gemeinsam als Tiergruppe Mastputen
** QS: Berechnung auf Grundlage der belegten Sauenplätze
*** QS: nur spezialisierte Kälbermast, Produktionsart 1002; HIT/BVL: Umfasst zugegangene Kälber unter 12 Monate (auch nicht zur Mast bestimmte)
| 3. Quartil | QS | BVL | ||
| 2024 | 2025 | 2024 | 2025 | |
| Masthühner | 6,8 | 7,1 | 33,0 | 34,5 |
| Mastputen | 16,7 | 16,2 | 38,4 | 38,9 |
| Jungputen | 13,9 | 15,9 | * | * |
| Mastenten | 0,6 | 0,0 | - | - |
| Jungenten | 0,0 | 0,0 | - | - |
| Sauen | 3,2 | 3,1 | 4,2 | 3,9 |
| Saugferkel** | 54,7 | 50,8 | 33,7 | 30,7 |
| Aufzuchtferkel | 9,1 | 9,9 | 11,1 | 12,1 |
| Mastschweine | 3,6 | 3,5 | 3,8 | 3,8 |
| Mastkälber*** | 26,6 | 28,2 | 2,3 | 2,3 |
| Mastrinder | 0,4 | 0,4 | - | - |
* BVL: Auswertung der Jung- und Mastputen gemeinsam als Tiergruppe Mastput
** QS: Berechnung auf Grundlage der belegten Sauenplätze
*** QS: nur spezialisierte Kälbermast, Produktionsart 1002; HIT/BVL: Umfasst zugegangene Kälber unter 12 Monate (auch nicht zur Mast bestimmte)
