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25 Jahre QS -
Interviews


25 Jahre QS Interview Hinrichs Schulze Pals 1

Quo vadis, QS?

Wie wurde QS zu dem System, das es heute ist, und wohin entwickelt es sich in Zukunft? Zum 25. Jubiläum sprechen QS-Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs und Dr. Ludger Schulze Pals, Geschäftsführer des Landwirtschaftsverlags Münster, über Meilensteine, Weichenstellungen und Zukunftsperspektiven des QS-Systems sowie der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Auf 460 Metern über dem Meeresspiegel trafen sie sich an einem sehr windigen Nachmittag im Hochsommer auf dem Ölberg, dem höchsten Berg des Siebengebirges, mit Rundumblick auf die Eifel, den Westerwald, das Rheintal und die Stadt Bonn.

25 Jahre QS Interview Hinrichs Schulze Pals 2

25 Jahre QS Interview Hinrichs Schulze Pals 2

Dr. Alexander Hinrichs: Wenn ich an die Gründungszeit von QS denke, dann war ich Doktorand und beschäftigte mich mit den Auswirkungen von BSE. Die Marktakteure arbeiteten damals noch nicht so eng zusammen wie heute; eine durchgängige Rückverfolgbarkeit von Produkten gab es nicht. Das war die Situation, in der kluge Menschen die Idee hatten: Wir müssen uns an einen Tisch setzen und nach einer gemeinsamen Lösung suchen, damit zukünig Lebensmittelskandale verhindert werden und Verbrauchervertrauen wieder aufgebaut wird. Das war die Geburtsstunde des QS-Systems.

Dr. Ludger Schulze Pals: Ich habe zu der Zeit noch auf der staatlichen Seite gearbeitet. Es bedure eines Big Bangs, um diese Chance für QS zu bekommen. Das war eindeutig BSE, einer der größten Einschläge, die es in die Wertschöpfungskette Lebensmittel bis dahin gegeben hatte. Der Druck auf alle Beteiligten war enorm hoch. Also hat man sich zusammengefunden oder besser gesagt: zusammengerau. Denn es war ja in der Gründungsstunde keine Liebesbeziehung, sondern eher eine arrangierte Hochzeit.

Hinrichs: Liebe war es vielleicht nicht, aber die Beziehung ist bis heute von Wertschätzung geprägt. Ein Kernelement ist, dass die Entscheidungen einvernehmlich getroen werden. Das heißt: Von den Vertretern der Futtermittelwirtschaft über die Landwirtschaft, Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung bis zum Lebensmitteleinzelhandel wird der Konsens gesucht. Gleiches gilt für die Systemkette für Obst, Gemüse und Kartoffeln. Ein gemeinsam verhandeltes Ergebnis ist belastbar und wird von allen mitgetragen.

Schulze Pals: Ich halte das für klug, denn QS und auch die Initiative Tierwohl funktionieren nur, wenn die gesamte Kette abgebildet ist.

Hinrichs: Es ist die Einzigartigkeit, dass alle, die an der Wertschöpfung des Produktes beteiligt sind, mit am Tisch sitzen. Es erdet, wenn man sich fragt: Ist das etwas, womit wir uns als Kette beschäftigen müssen? Passt das zu unserem Auftrag der Lebensmittelsicherheit und der Qualitätssicherung?

Schulze Pals: Mich beeindrucken die Anschlussraten, die Sie erreicht haben. In den vergangenen 25 Jahren haben wir viele andere Siegel – Herkunftssiegel, Qualitätssiegel, Sicherheitssiegel – kommen und gehen sehen. QS ist geblieben.

Hinrichs: Wir haben uns immer als ein System von der Wirtschaft für die Wirtschaft verstanden. Unser Auftrag ist ganz klar: Wir müssen uns um unangenehme Dinge kümmern. Wir müssen Vorgaben für Produktionsprozesse denieren, damit keine Gefährdung für die Gesundheit da ist, damit die Tiergesundheit gewährleistet ist. Das müssen wir überprüfen, und das hat niemand gern. Dadurch, dass Vertreter der Branche, Praktiker, die selbst Betriebe haben, über die Prüfriterien mitentscheiden, haben wir eine Akzeptanz.

Für das Gespräch haben sich die beiden Branchenexperten auch räumlich einen Überblick verscha: Auf 460 Metern über dem Meeresspiegel trafen sie sich an einem sehr windigen Nachmittag im Hochsommer auf dem Ölberg, dem höchsten Berg des Siebengebirges, mit Rundumblick auf die Eifel, den Westerwald, das Rheintal und die Stadt Bonn.

Für das Gespräch haben sich die beiden Branchenexperten auch räumlich einen Überblick verscha: Auf 460 Metern über dem Meeresspiegel trafen sie sich an einem sehr windigen Nachmittag im Hochsommer auf dem Ölberg, dem höchsten Berg des Siebengebirges, mit Rundumblick auf die Eifel, den Westerwald, das Rheintal und die Stadt Bonn.

Dr. Alexander Hinrichs: Wenn ich an die Gründungszeit von QS denke, dann war ich Doktorand und beschäftigte mich mit den Auswirkungen von BSE. Die Marktakteure arbeiteten damals noch nicht so eng zusammen wie heute; eine durchgängige Rückverfolgbarkeit von Produkten gab es nicht. Das war die Situation, in der kluge Menschen die Idee hatten: Wir müssen uns an einen Tisch setzen und nach einer gemeinsamen Lösung suchen, damit zukünig Lebensmittelskandale verhindert werden und Verbrauchervertrauen wieder aufgebaut wird. Das war die Geburtsstunde des QS-Systems.

Dr. Ludger Schulze Pals: Ich habe zu der Zeit noch auf der staatlichen Seite gearbeitet. Es bedure eines Big Bangs, um diese Chance für QS zu bekommen. Das war eindeutig BSE, einer der größten Einschläge, die es in die Wertschöpfungskette Lebensmittel bis dahin gegeben hatte. Der Druck auf alle Beteiligten war enorm hoch. Also hat man sich zusammengefunden oder besser gesagt: zusammengerau. Denn es war ja in der Gründungsstunde keine Liebesbeziehung, sondern eher eine arrangierte Hochzeit.

Hinrichs: Liebe war es vielleicht nicht, aber die Beziehung ist bis heute von Wertschätzung geprägt. Ein Kernelement ist, dass die Entscheidungen einvernehmlich getroen werden. Das heißt: Von den Vertretern der Futtermittelwirtschaft über die Landwirtschaft, Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung bis zum Lebensmitteleinzelhandel wird der Konsens gesucht. Gleiches gilt für die Systemkette für Obst, Gemüse und Kartoffeln. Ein gemeinsam verhandeltes Ergebnis ist belastbar und wird von allen mitgetragen.

Schulze Pals: Ich halte das für klug, denn QS und auch die Initiative Tierwohl funktionieren nur, wenn die gesamte Kette abgebildet ist.

Hinrichs: Es ist die Einzigartigkeit, dass alle, die an der Wertschöpfung des Produktes beteiligt sind, mit am Tisch sitzen. Es erdet, wenn man sich fragt: Ist das etwas, womit wir uns als Kette beschäftigen müssen? Passt das zu unserem Auftrag der Lebensmittelsicherheit und der Qualitätssicherung?

Schulze Pals: Mich beeindrucken die Anschlussraten, die Sie erreicht haben. In den vergangenen 25 Jahren haben wir viele andere Siegel – Herkunftssiegel, Qualitätssiegel, Sicherheitssiegel – kommen und gehen sehen. QS ist geblieben.

Hinrichs: Wir haben uns immer als ein System von der Wirtschaft für die Wirtschaft verstanden. Unser Auftrag ist ganz klar: Wir müssen uns um unangenehme Dinge kümmern. Wir müssen Vorgaben für Produktionsprozesse denieren, damit keine Gefährdung für die Gesundheit da ist, damit die Tiergesundheit gewährleistet ist. Das müssen wir überprüfen, und das hat niemand gern. Dadurch, dass Vertreter der Branche, Praktiker, die selbst Betriebe haben, über die Prüfriterien mitentscheiden, haben wir eine Akzeptanz.


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